Retrospektive

Museumsobjekt: NSU Quickly L
Entstehungsdatum: 1958
Künstler/Hersteller: NSU Motorenwerke, Neckarsulm
Entstehungs/Fundort: Scheunenfund
Technik/Material: Pressblechrahmen, 2-Taktmotor, dazwischen jede Menge Rost
Museum: -
Ort (Museum): Holzgerlingen
Bundesland: Baden-Württemberg

Kommentar:

Das Bild zeigt eine Reliquie aus Zeiten des Wirtschaftswunders, ein altes Moped. Es steht zwar nicht im Museum, könnte man jedoch als Museumsreif bezeichnen.

Das NSU „Quickly N“ von 1953 war das erste deutsche Nachkriegsmoped und für viele das erste erschwingliche motorisierte Fortbewegungsmittel. Es markierte den Beginn der Massenmotorisierung.
Dieses Exemplar sparte einer Bäuerin beim Pendeln zwischen Hof und Acker Kraft und Zeit, die sich nebenher auch noch um die Kinder kümmern musste. Ein Gerät, das also als Gebrauchsgegenstand stark in den damaligen Alltag eingebunden war. Dadurch, dass sich das Gerät noch immer in Familienbesitz befindet, stecken darin Erinnerungen aus 3 Generationen. Auch vielen weiteren Mopedfahrern ist das „Quickly“ durch die simple Konstruktion, Zuverlässigkeit und tausende von gefahrenen Kilometern in Erinnerung geblieben.

Gegenstände wie dieser bilden für mich eine Brücke zwischen Gegenwart und Vergangenheit, da sie voller Erlebnissen und Erinnerungen stecken. Vergangene Erlebnisse sind Grundlage für ein Heimatgefühl. Als antikes Fortbewegungsmittel ist das Quickly eine Art „Heimat zum Anfassen“, die für mich auch in Zukunft noch an Heimat dazugewinnen kann. Diese Form von Heimat kann man nicht nur wie ein Museumsobjekt sehen, sondern auch hören, fühlen und riechen.
Diese Art von Heimat lässt sich auf viele Gegenstände übertragen.

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Alter: 18
Ort: Holzgerlingen
Schule: Schönbuch-Gymnasium