Heimat

Museumsobjekt: Altdorfer Kirche
Entstehungsdatum: Frühjahr 2006
Künstler/Hersteller: Matthias Schwolow
Entstehungs/Fundort: Altdorf
Technik/Material: Bleistiftzeichnung
Museum: ---
Ort (Museum): ---
Bundesland: Baden-Württemberg

Kommentar:

Was ist Heimat?

Was ist Heimat? Diese Frage
stellt uns vor ein ernst Problem,
Ist's ein Ort? Sind es die Tage,
ist's die Zeit, in der wir steh’n?

Oder sind es gar Personen?
Meine Freunde? Auch ein Tier?
Ist's das Haus in dem wir wohnen,
Teil der Kindheit, Teil von mir...

Heimat – ist’s vielleicht der Garten,
wo man so gut spielen kann,
sich verstecken, suchen, warten,
mit den Jungs von nebenan.

Und ich will auch nicht vergessen,
wie oft ich beim Turnen war,
trotzdem kann ich nicht ermessen,
ob das wirklich Heimat war...

Was ist mit dem Schulgebäude,
seit 9 Jahren lern’ ich dort
kenn nun viele nette Leute –
trotzdem: Ist’s ein Heimatort?

Ist's die Arbeit, die wir haben,
arbeiten den ganzen Tag,
oder mehr der Feierabend
wo’s Gefühl der Heimat lag.

Ist nicht Heimat die Familie,
die mich immer hat geliebt?
und ich glaube, dass es viele
liebende Familien gibt.

Doch den Begriff will ich nicht binden,
dass Heimat die Familie bloß,
was ist mit den Waisenkindern –
familien- und auch heimatlos?


Heimat so zu definieren,
ist nicht leicht, das ist nun klar,
Vielleicht muss man’s erst verlieren,
um zu spür’n, was Heimat war.

Vielleicht hilft’s, sich auszudenken
Man zöge weg auf Tag und Jahr,
Was wohl würd’ mein Heimweh lenken,
was vorher selbstverständlich war?

Was wohl würde ich vermissen?
Was bliebe in Erinnerung,
würd ich in vielen Jahr’n noch wissen,
vom Leben, als ich war noch jung?


Lange hab ich nachgesonnen,
was zu verlassen fiel’ mir schwer?
Bin zu dem Entschluss gekommen,
dass es wohl die Kirche wär.

Nicht das Haus ist mir so wichtig
(links im Bild könnt ihr es seh’n).
Nein, ich denk, die Leut’ vermisst’ ich,
die für mich für „Kirche“ steh’n.

Menschen, die ich lieb gewonnen,
Menschen, die mich gut versteh’n,
Menschen, die mit mir gekommen,
ein Stück des Lebens mit zu geh’n.

Anders, als der Zeitgeist heute,
wo jeder an sich selber denkt,
lauernd auf die eigne Beute
und keinem andern etwas gönnt.

Menschen, die mit ihrem Leben
mich zum Nachdenken gebracht:
Sollt’ es doch was andres geben,
als das Streben nach der Macht?

Deshalb denk’ ich, Teil der Heimat
ist für mich (klar, nicht für jeden),
die Gemeinde, die gezeigt hat,
es gibt einen Sinn im Leben.

Denn durch sie hab ich erfahren,
dass es jemand bei uns gibt,
der uns noch in vielen Jahren
genauso wie schon heute liebt.


Fazit meiner Überlegung:
„Heimat“ ist nicht Zeit, nicht Haus,
auch nicht Freunde, Job, Bewegung:
Liebe macht die Heimat aus.

Heimat kann das alles sein,
doch nur, wenn man sich fühlt geliebt,
und niemals mehr muss ich allein sein,
weil es unendliche Liebe gibt!

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Alter: 18
Ort: Altdorf
Schule: Schönbuchgymnasium Holzgerlingen