Himmelbett

Museumsobjekt: Prachtbett der Familie Scheuerl
Entstehungsdatum: 1601
Künstler/Hersteller: Familie Scheuerl
Entstehungs/Fundort: -
Technik/Material: schwarzes Holz mit Alabasterschnitzereien
Museum: Germanisches Nationalmuseum
Ort (Museum): Nürnberg
Bundesland: Bayern

Kommentar:

Heimat. Laut der Gebrüder Grimm 1877 definiert als:
1.„Das Land oder auch nur der Landstrich, in dem man geboren ist oder bleibenden Aufenthalt hat"
2."Der Geburtsort oder ständige Wohnort"
3."Selbst das elterliche Haus und Besitztum heißt so, in Bayern"

Was ist die Verbindung zwischen Heimat und dem Bett, einem Möbelstück, welches eigentlich nur als Schlafplatz dient?

Dieses Himmelbett stammt aus dem 16. Jahrhundert. Damals waren Himmelbetten in Mode, sie dienten tagsüber als Sitzgelegenheit, nachts wurden die Vorhänge zugezogen, und es blieb innen warm. Mein Bett ist auch ein Ort, an dem ich den ganzen Tag verbringen kann – ein Ort, an dem ich mal alleine seien kann, ein Buch lesen oder Musik hören kann. Das ist Heimat für mich – wo ich sein kann, wie ich möchte – und nachts einen gemütlichen Schlafplatz habe.

Obwohl dieses Bett eher eine repräsentative Wirkung hatte – erkennbar an den Schnitzereien – symbolisiert es doch ein Stück Geborgenheit, Abgeschiedenheit. Heimat ist für mich, wo ich zur Ruhe komme. Ein Rückzugsort, wo ich die Vorhänge zuziehen kann und es warm habe.

Natürlich fühle ich mich verbunden mit meinem Geburtsort, der Stadt in der ich lebe, der Region – aber für mich ist Heimat noch mehr. Wo mein Bett steht, da bin ich zu Hause, denn hier komme ich immer wieder zurück.

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Alter: 17
Ort: Erlangen
Schule: Emmy-Noether-Gymnasium